Design diskutieren! - Part 2

Mittwoch, 17. Januar 2007, 20 Uhr
Andreas Ruby (Textbild, Berlin) im Gespräch mit Jörg Stollmann und Dirk Hebel (Instant Architecture, Zürich) und Anne-Julchen Bernhardt und Jörg Leeser (BeL, Köln)


re/mis/ab-use:
Gebrauch als Fortsetzung des Designs mit anderen Mitteln

Die Bedeutung der Sprache liege in ihrem Gebrauch, schrieb Ludwig Wittgenstein in seinen "Philosophischen Untersuchungen". Nicht die Wörter an sich, sondern die Art, wie wir sie benutzen, erzeuge sprachlichen Sinn. Dasselbe gilt auch für Objekte und Räume, egal wie sehr Architektur und Design heute dem Kult der Marke frönen. Auch ein Issey Miyake Kleid muss erst mal getragen werden, damit es seinen Design-Mehrwert zur Geltung bringen kann. In diesem Sinne soll in dieser Veranstaltung der Frage nachgegangen werden, wie sehr die Identität von Gegenständen und Räumen von den spezifischen Formen ihres Gebrauchs geprägt wird. Eingeladen zu Präsentation und Gespräch sind zwei Architekturbüros, Instant aus Zürich und BeL aus Köln. Beide haben sich einen Namen gemacht mit Projekten, die auf unterschiedliche Weise die Benutzung von Räumen zum Thema machen. Instant wurde in Deutschland über ihren 2004 realisierten temporären Eingang zu den Kunstwerken in Berlin bekannt, eine begehbare pneumatische Konstruktion, durch die sich die im Hinterhof versteckten Kunstwerke im Straßenraum bemerkbar machten. Das Kölner Architekturbüro BeL machte erstmals 2002 auf sich aufmerksam mit ihrem Messestanddesign DIN, dessen Möbel maßstäblich leicht verkleinert sind und spätestens im Moment der Benutzung die Frage ihres Gebrauchs in den Vordergrund rücken. Beide Büros werden eine kurze Präsentation ihrer Arbeit machen und die Inhalte anschließend in einem Gespräch mit Andreas Ruby vertiefen.